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Innerhalb dieser Seite stellen wir Ihnen Angebote vor, die sich von Selbsttests über Beratungs- und konkrete Behandlungsangebote erstrecken. Einführend wird dargestellt, wie die funktionale und gesunde Mediennutzung aussehen kann und was unter dem Begriff der Medienkompetenz zu verstehen ist. Diese Seite befindet sich in fortwährendem Aufbau und Anpassung.

 

Medienkompetenz

Nach Prof. Dr. Dieter Baacke setzt sich Medienkompetenz aus vier Komponenten zusammen, die nachfolgend in einer Grafik veranschaulicht werden. Zum einen formuliert Baacke die Bedingung einer kritischen Auseinandersetzung mit Medien (Medienkritik) sowie den Erwerb und der Kultivierung von Wissen bzgl. Handhabung von Hardware bzw. Geräten und Software bzw. Anwendungen/ Apps. Zum anderen stellt er den zielorientierten Ansatz vor, welcher sich auf die Verwendung von Medien und deren Gestaltungsmöglichkeiten bezieht.

Zusammengefasst handelt es sich bei Medienkompetenz also um die Alltagsfähigkeit, Geräte und Anwendungen aufgeklärt, zielgerichtet, begrenzt und funktional zu nutzen. Diese Nutzung wird im Sinne der Medienkompetenz immer wieder hinterfragt, um dabei Motive, Bedürfnisse und die persönliche wie berufliche Relevanz der Mediennutzung zu verstehen und den Wert für die Erreichung realer und virtueller Ziele zu überprüfen.




Quelle: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Mk_Grafik.png&filetimestamp=20050514144241& (Stand: 24.6.)

Weiterführende Informationen: http://www.medienkompetenzportal-nrw.de/grundlagen/begriffsbestimmung.html

 

Woran erkenne ich gesundes Medienverhalten? 
Ein proaktiver Vorschlag auf Basis der Kriterien der internet gaming disorder (APA, 2013, angepasst durch Pitten, 2018)

1.    Medien ergänzen meinen Alltag, bereichern und erleichtern ihn

2.    Wenn neue digitale Medien nicht zur Verfügung stehen, kann ich problemlos etwas anderes tun

3.    Ich habe ein festes Mediennutzungsmuster mit eigenen Regeln bezüglich Dauer der Nutzung und Art der genutzten Inhalte

4.    Neben der Mediennutzung habe ich weitere Hobbies und Interessen, die nicht mit Medien verknüpft sind

5.    Meine Regeln im Umgang mit neuen digitalen Medien kann ich mühelos einhalten

6.    Sollte ich feststellen oder vorab wissen, dass eine gewisse Mediennutzung mich schädigt, stelle ich diese um oder ein 

7.    Ich kann offen und ohne Scham über meine Mediennutzung sprechen

8.    Mit schwierigen Gefühlen, Konflikten und Herausforderungen gehe ich proaktiv um und flüchte mich nicht in Medien vor diesen

9.    Ich pflege Freundschaften, Kontakt zu mir Nahestehenden und fördere meinen beruflichen Fortschritt

 

„Medienkompetenz – Wissen, wo der Ausknopf ist“: Die Dauer der Mediennutzung (z.B. pro Woche) sagt allein nichts darüber aus, ob ein problematisches oder sogar abhängiges Nutzungsmuster besteht. Es wäre daher falsch, anhand des Kriteriums der Dauer von einer Problematik auszugehen. Gleichwohl liefert die Dauer der Mediennutzung einen ersten Hinweis darauf, ob die Nutzungsweise risikoarm oder problematisch ist. Hierbei sollten Nutzungsformen berücksichtigt werden, die nicht berufsbezogen sind. Auch die Überbrückung von Wartezeiten oder zeitlich ohnehin begrenzte mediale Routinehandlungen (z.B. Chatten mit Smartphone am Bahnhof, Abrufen von E-Mails am Morgen) sollten nicht mit einberechnet werden. Gegenstand der Betrachtung sind längere Phasen der Mediennutzung (ab 15 Minuten) in Bezug auf Computer- oder Konsolen- bzw. Smartphonespiele, Nutzung sozialer Netzwerke, das Schauen von Serien, Filmen, etc. sowie cyberpornografische Angebote. Als Empfehlung lässt sich formulieren: Übersteigt der Medienkonsum eine wöchentliche Dauer von 30 Stunden, so lohnt sich die Anwendung eines Selbsttests, um ein abhängiges Nutzungsmuster auszuschließen. 

 

Förderung und Ermöglichung von entwicklungspsychologischen Meilensteinen (vgl. Bilke-Hentsch et al., 2014): 

Die jüngere Forschung weist darauf hin, dass ein großer Risikofaktor bei der Entwicklung von Medienabhängigkeit das Verpassen oder Scheitern entwicklungspsychologischer Meilensteine darstellt. Es geht konkret um die gesellschaftlichen, sozialen und persönlichen Aufgaben, die jeder Mensch im Laufe seines Lebens bewältigt. Unter anderem zählt hierzu der Auszug aus dem Elternhaus, der Einstieg ins Berufsleben sowie das Erleben und Leben einer Partnerschaft. Bilke-Hentsch (2014) führt dazu auf, welche Entwicklungsaufgaben bei der Herausbildung riskanter oder abhängiger Mediennutzung eine zentrale Rolle spielen. Die Erreichung dieser Entwicklungsaufgaben gelingt durch das Ausüben von „Sog“ (im Grunde das Prinzip, dem sich auch neue digitale Medien bedienen). Druckausübung oder überhöhte Leistungsanforderungen behindern das Erreichen dieser Meilensteine. Daraus lässt sich ableiten, dass Kinder und Jugendliche explizit in folgenden Bereichen gefördert werden sollten.

·      Erwerb einer adäquaten Geschlechterrolle

·      Gestaltung der Beziehungen zum anderen Geschlecht

·      Erlangung einer intrafamiliären Autonomie

·      emotionale Unabhängigkeit von den Eltern

·      Akzeptanz des eigenen Körpers und seiner Veränderungen

·      Erwerb beruflichen Wissens und Vorbereitung auf das Erwerbsleben

·      Erlernen eines verantwortlichen Sozialverhaltens

·      Akzeptanz und Wahrnehmung der Bürgerrolle in der Gesellschaft

·      Finden und Aufrechterhalten funktionaler Freundeskontakte

 

Online-Selbsttests

Die folgenden Online-Selbsttests sind langjährig im Einsatz und wissenschaftlich abgesichert:

Erwachsene: http://www.unimedizin-mainz.de/psychosomatik/patienten/poliklinik-und-ambulanzen/ambulanz-fuer-spielsucht/selbsttest-computerspiel.html

Erwachsene: http://www.schoen-kliniken.de/ptp/medizin/psyche/persoenlichkeitsstoerung/computer-sucht/therapie/

Checkliste für Eltern: http://www.unimedizin-mainz.de/psychosomatik/patienten/poliklinik-und-ambulanzen/ambulanz-fuer-spielsucht/checkliste-computerspiel.html

Jugendliche | BZgA: https://www.ins-netz-gehen.de/check-dich-selbst/bin-ich-suechtig

 

Beratung & Prävention | ambulante Behandlung (Auswahl)

Nachfolgend werden ausgewählte Beratungs- und Präventionsstellen vorgestellt, welche bereits seit mehreren Jahren nachhaltig erfolgreich in der Beratung bei und Prävention von Medienabhängigkeit tätig sind: 

Bochum | im Internet: Online-Sucht-Ambulanz der Ruhr-Universität Bochum | https://www.onlinesucht-ambulanz.de/

Hannover: return – Fachstelle Mediensucht | https://www.return-mediensucht.de/ | https://www.return-mediensucht.de/beratung-therapie/

Mainz: Sabine M. Grüsser-Sinopoli Ambulanz für Spielsucht | Universität Mainz | http://www.unimedizin-mainz.de/psychosomatik/patienten/poliklinik-und-ambulanzen/ambulanz-fuer-spielsucht.html

Berlin: Lost in Space – Beratungsstelle für Internetsucht | https://internetsucht-berlin.de/

Köln & Rhein-Erft-Kreis: ESCapade | https://www.ansprechbar-koeln.de/

Weitere Beratungsmöglichkeiten finden Sie über: http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/hilfe-finden.htmlhttp://www.stiftung-medienundonlinesucht.de/index.php/kontakt/2016-03-04-07-16-21 oder https://www.ins-netz-gehen.de/lass-dir-helfen/hilfs-und-beratungsangebote-vor-ort

 

Stationäre Behandlung (Auswahl)

Bei chronifizierter Abhängigkeitsproblematik / Mediensucht empfiehlt es sich, ein stationäres Behandlungsangebot in Erwägung zu ziehen. Hierzu stehen bundesweit einige Einrichtungen mit entsprechenden Spezialisierungen und Schwerpunkten zu Verfügung. Informationsmaterial sowie Kontaktmöglichkeiten finden Sie hier: 

Köln/ Hürth: salus klinik Hürth | http://www.salus-kliniken.de/huerth-sucht/ihre-behandlung/krankheitsbilder/pathologischer-mediengebrauch/

Gütersloh: Bernhard-Salzmann-Klinik Gütersloh | https://www.lwl-klinik-guetersloh.de/de/rehabilitation/copy_of_bernhard-salzmann-klinik/1211452860/

Dortmund: Auxilium Reloaded | Therapie & stationär betreutes Wohnen für Jugendliche und junge Erwachsene | http://www.malteser-auxiliumreloaded.de/

Raum München: Psychosomatische Klinik Kloster Diessen | https://www.psychosomatik-diessen.de/indikationen/internetabhaengigkeit-und-andere-verhaltenssuechte.html

Raum Hamburg: Schön Klinik Bad Bramstedt | http://www.schoen-kliniken.de/ptp/kkh/bbr/

Raum Kassel: MediClin Kliniken Bad Wildungen | https://www.klinik-am-hahnberg.de/Home/Themen/Medizin/Akutpsychosomatik-Erwachsene/tabid-10191.aspx

Weitere Behandlungsmöglichkeiten (stationär, ambulant) finden Sie über: http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/hilfe-finden.html oder http://www.stiftung-medienundonlinesucht.de/index.php/kontakt/2016-03-04-07-16-21

 

Für Angehörige

Angehörige empfinden es häufig als unerträglich, wenn „ihre Betroffenen“ nicht mehr allein aus ihrem Problemverhalten herausfinden und äußere Hilfe ablehnen. Die folgenden Hinweise sollen Möglichkeiten und Chancen aufzeigen, aus dieser Hilflosigkeit und Ohnmacht wieder herauszukommen. Holen Sie sich Hilfe bei örtlichen Familien- oder Suchtberatungsstellen, dem sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt/ des Kreises, dem Hausarzt (ggf. Weitervermittlung an Psychiater/ Psychotherapeut) oder über die folgenden Internetportale:

Umfangreiches Informationsportal: https://www.klicksafe.de/eltern/

Informationen und Materialien: https://www.internet-abc.de/eltern/familie-medien/gefahren-und-schutz-viren-mobbing-werbung-datenschutz/ist-mein-kind-suechtig-internetsucht-bei-kindern-und-jugendlichen/

 

Für Fachkräfte (Auswahl)

Multiplikatoren / Prävention: https://www.multiplikatoren.ins-netz-gehen.de/net-piloten/ziele-und-inhalte/der-peer-ansatz

Expertenworkshop internetbezogene Störungen und Handreichung | EXIST: http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/fileadmin/images/Dateien/EXIST_Handreichung.pdf

Präventionsprojekt und Ausstellung „Bildersucht & Cyberflucht“: http://freiheit.pro/ | http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/bildersucht.html

Fachverband Medienabhängigkeit e.V. | Veranstaltungen und Mitgliedschaft: http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/veranstaltungen.html | http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/mitglied.html

 

Selbstkontrollmöglichkeiten

Nachfolgend werden einzelne Selbstkontrollmöglichkeiten vorgestellt, die sich aus Behandlungskonzepten und -kontexten bei Medienabhängigkeit und aus bestehenden Präventions- und Beratungsangeboten ableiten. Selbstkontrolle kommt vor Fremdkontrolle und es sollten in jedem Fall zunächst viele, wenn nicht alle Möglichkeiten der Selbstkontrolle besprochen und genutzt werden. Erst wenn die Selbstkontrolle scheitert empfiehlt es sich, Möglichkeiten der Fremdkontrolle zu prüfen. Hierbei steht die Würde des Betroffenen und deren Unantastbarkeit weiterhin im Vordergrund, so dass auch die Fremdkontrolle nicht aufgezwungen, sondern ausgehandelt und fair besprochen sein sollte. 

Selbstkontrolle kann erreicht werden über:

       Selbstbeobachtung: Protokollierung der Mediennutzung hat an sich bereits eine Kontrollfunktion; Funktion der Mediennutzung bewusst machen („Wofür und warum tue ich dies?“)

       Unterstützung beim Smartphone durch spezielle Apps (es handelt sich nicht um Werbung, sondern um einen Hinweis auf ein kostenfreies Angebot; Aktuell „nur“ für Android-Systeme):

       AppDetox“ | https://play.google.com/store/apps/details?id=de.dfki.appdetox&hl=de | https://www.researchgate.net/publication/262287038_AppDetox_Helping_users_with_mobile_app_addiction

       „AppLock“ | https://play.google.com/store/apps/details?id=com.domobile.applock&hl=de | 

       “Forest: Stay focused” | https://play.google.com/store/apps/details?id=cc.forestapp&hl=de

       Eigene Regelungen aufstellen, z.B.

       „Ich halte mich an meine Regel Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“

       „Bevor ich wieder Computerspiele spiele, möchte ich meinen Realschulabschluss geschafft haben und einem Volleyball-Verein beigetreten sein.“

       Selbstbelohnung und –verstärkung für reale Erfolge

       Stimuluskontrolle

       Geräte abgeben (auch temporär), verkaufen, Accounts löschen, Accounts verschenken

       Finanzielles Limit pro Monat setzen (Erwerb von Spielen, Items, Geräten, etc.)

       W-Lan Passwort von externen Helfern vergeben lassen

       Zeitlimit für W-Lan einrichten, über die Hardware internetfreie Zeiten einrichten

       Offener Umgang mit Verhaltensrückfällen: Informieren einer zuvor bestimmten Vertrauensperson, z.B. Freund oder Beratungsstelle

 

Hilfe über den Fachverband Medienabhängigkeit e.V.

Rubrik „Hilfe finden“ mit Deutschlandkarte für entsprechende Beratungs- und Behandlungsangebote: http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/hilfe-finden.html

Adressliste mit Überblick und Kontaktdaten: http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/91.html

 

 


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